BERLIN (may-) Derzeit befinden sich in Deutschland rund 5,5 Millionen anmeldepflichtige Waffen in den Händen von etwa 1,4 Millionen Besitzern. Diese Zahlen sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums das erste Ergebnis des neuen nationalen Waffenregisters. Das soll zwar erst zum 1. Januar 2013 an den Start gehen, ist aber bereits von den zuständigen Behörden mit Daten befüllt worden. Künftig sollen Polizei- und Sicherheitsbehörden bei Einsätzen abrufen können, ob unter einer verdächtigen Adresse legal Waffen registriert sind.

Während in den US-Medien genaue Angaben über Waffenbesitzer veröffentlicht wurden, solle es in Deutschland keinen „Waffen-Pranger" geben, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Es handele sich bei Waffenbesitz um personenbezogene Daten. Für deren Bekanntgabe müsse erst eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden. Das sei jedoch nicht geplant. Das Ministerium betonte, durch das Waffenregister werde die Sicherheit erhöht. Waffenbesitzer widersprechen dem: Weil zu viele Stellen die Daten abrufen könnten, sei es möglich, dass einschlägige Interessenten an die Informationen kämen und sich das Einbruchsrisiko erhöhe.

Quelle: Rheinische Post von Samstag, 29. Dezember 2012